31. Juli 2010
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Reisetipp: Split

Split, Andrej VoinaAndrej Voina arbeitete nach und neben zwei Jahren «Phil I.»–Studium an der Universität Zürich als Radiojournalist bei Radio Pilatus, Radio Z und Radio 24. 1995 schloss der gebürtige Luzerner die PR- und Journalistenausbildung am MAZ ab. Zudem arbeitete er als TV-Anchorman, Eventmoderator, Sprecher, Trendforscher, Marketing- und PR-Berater. Später war er als PR-Manager für Apple (Schweiz) tätig und hatte Markom-Positionen beim Filmverleih Ascot-Elite und der Headlight AG inne. Seit 2007 arbeitet er nun als Niederlassungsleiter der deutschen PR-Agentur Press'n'Relations GmbH, für die er seit September 2007 das Schweizer Büro in Zürich aufbaut und führt.

Wir sprachen mit Andrej Voina über die Faszination von Split und die Sehenswürdigkeiten der kroatischen Hafenstadt.

 
   
 

change.ch
Herr Voina, welchen Bezug haben Sie zu Split?


Ich kenne Split seit meiner Kindheit als Ankunftshafen der Fähre von Ancona, da wir meist diesen Weg wählten, um mit Familie, Boot und Trailer nach Kroatien in die Sommerferien zu reisen. Mein Vater lebt seit seiner Pensionierung in Split. Selber habe ich auch schon einige Monate in Split gewohnt und gearbeitet. Seit einigen Jahren verbringe ich jedes Jahr zwei bis drei Wochen bei Freunden in Split und unternehme gerne per Motorboot verschiedene Ausflüge auf die umliegenden Inseln wie Hvar oder Brac.

Was gefällt Ihnen an Split?

Split ist eine pulsierende Hafenstadt am Meer und hat ein wunderschönes, noch aus der Zeit der Römer stammendes Zentrum rund um den Diokletian-Palast. Zudem ist es nahe der schönsten Inseln und Strände Kroatiens und lediglich eineinhalb Flugstunden von
Zürich entfernt.

Split

Wie würden Sie das Leben und die Mentalität der Menschen in Split beschreiben?

Das mediterrane Klima, die Geschichte und die Position als eine der wichtigsten Hafenstädte Kroatiens verleiht Split einen ganz besonderen Charakter. Die Menschen sind sehr gastfreundlich. Der Krieg und die schwierige wirtschaftliche Situation haben zwar Spuren hinterlassen. Dennoch sind die Leute traditionsgemäss sehr humorvoll und lieben es zu lachen, was mich jedes Mal aufs Neue erstaunt und erfreut.

Welche Sehenswürdigkeiten dürfen wir nicht verpassen?

Die aus dem ehemaligen Palast des römischen Kaisers Diokletian entstandene Innenstadt verzaubert alle Besucher und ist sicherlich der schönste Teil von Split. So findet sich unter anderem der weltweit besterhaltene Jupiter-Tempel in einer der engen Gassen. Die vielen Cafés und Boutiquen sowie der traditionelle Markt mit allerlei lokalen Spezialitäten und Souvenirs laden zum Flanieren und Verweilen ein.

Wo gehen Sie gerne hin?

Es ist jedes Mal ein Highlight, abends durch die historische Innenstadt von Bar zu Bar zu ziehen. Der Mix aus Einheimischen und Touristen ist einfach einmalig. Gut ist, was gefällt – das ist hier das Motto. Auch der Hafen mit seinen vielen Fähren und Jachten hat für mich eine besonders faszinierende Ausstrahlung.

Wo essen Sie am liebsten?

Es gibt unzählige Restaurants mit gutem Essen, insbesondere für Fisch und Meeresfrüchte. Da kann man nicht viel falsch machen, da die Speisen immer frisch zubereitet werden und meist direkt vom Markt auf den Teller kommen. Kult ist der rund um die Uhr geöffnete Fast-Food-Shop «Popeye»: Er offeriert die besten «Hot-Sandwiches», beispielsweise mit dem einheimischen Rohschinken Prsut und delikatem Käse von der Insel Pag. Ebenfalls ein Geheimtipp ist die Küche des Hotel «Peristil» im Herzen von Split,das auch sehr schöne, individuell eingerichtete Zimmer zu attraktiven Preisen bietet.

Wine & Dine, Club, Shopping, Wellness: Verraten Sie uns Ihre Geheimtipps?

SplitDer «goldene Koch Dalmatiens» Nostromo besitzt mehrere Restaurants in Split, die alle sehr empfehlenswert sind. Zu den besten Weinen gehören der Blauburgunder «Zlatni Plavac» sowie der Weisswein «Kraljska Grasevina», der zu Ehren der britischen Königin Elisabeth I. kreiert wurde und mit internationalen Spitzenweinen konkurrieren kann. Die besten Clubs sind das «Hemingway» und das «Vanilla», wobei letzteres hauptsächlich von Einheimischen frequentiert wird entsprechend viel einheimische Musik spielt. Beide Clubshaben grosse Open-Air-Bereiche. Zum Shoppen empfiehlt sich neben der Innenstadt auch das Einkaufszentrum «Joker» am Rand der Stadt. Markenboutiquen mit sehr attraktiven Preisen, Kinos sowie eine Kunsteisbahn auf dem Dach krönen das 2008 eröffneteShoppingcenter. Wellness-Oasen finden sich im «Guliver»-Center sowie im 2007 eröffneten 5-Sterne-Hotel «Lav-Meridien», etwas ausserhalb von Split.

Womit verbinden Sie den Begriff «Change»?

«Change» ist in Split allgegenwärtig. Jedes Jahr gibt es neue Boutiquen und Bars. Während der Saison unterliegt Split einem steten «Change»: Unzählige Touristen besuchen die Stadt für kurze Zeit, um danach zu den beliebten Badeorten und Inseln weiterzureisen. Auch wirtschaftlich und politisch ändert sich Kroatien jedes Jahr, bedingt durch den noch nicht allzu lange zurückliegenden Systemwechsel vom sozialistischen Staatenverbund zum marktwirtschaftlich orientierten EU-Schwellenland. Ziel ist der EUBeitrittbis 2011.

Wenn Sie alle Macht der Welt hätten, welchen «Change» würden Sie realisieren?

Hätte ich alle Macht der Welt, würde ich die Zeit in Kroatien für die nächsten 50-100 Jahre anhalten, um dem Land die benötigte Ruhe zu geben, sich wirtschaftlich und politisch neu zu ordnen. Was heute nur mit viel Mühe von statten geht, könnte dann sorgfältig und ohne Hektik geschehen, was dem Land dazu verhelfen würde, seine innere Ordnung ohne äusseren Druck aufzubauen. Bis dahin riete ich auch von einem EU-Beitritt ab, der zum jetzigen Zeitpunkt nur den Reichen und Mächtigen wirklich helfen würde. Der Grossteil derBevölkerung würde nicht wirklich von einem plötzlichen EU-Beitritt profitieren.

Herr Voina, wir danken Ihnen für das Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Ich danke für die Fragen und hoffe, dass ich meine Begeisterung für Split ein wenig weitergeben konnte.

 

Interview: Zoran Bozanic, September 2008

 

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