31. Juli 2010
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Reisetipp: Hamburg

Vanessa Blumhagen Vanessa Blumhagen ist Journalistin und Society-Expertin. Sie lebt und arbeitet in Hamburg, schreibt für grosse, deutsche People-Magazine und ist jeden Donnerstag morgen live bei RTL Punkt 6 und Punkt 9 zu sehen.

Vanessa Blumhagen zeigte uns, welche Sehenswürdigkeiten man in Hamburg nicht verpassen darf. Sie gab uns auch ein paar Shopping- und Dining-Tipps, und verriet uns, in welcher Bar man den unglaublichsten Blick über den ganzen Hafen und die Reeperbahn hat. 

 
   
 

change.ch
Frau Blumhagen, welchen Bezug haben Sie zu Hamburg?

Ich lebe und arbeite hier – und das sehr gern und mit grosser Überzeugung! Vor elf Jahren habe ich mir diese Stadt intuitiv ausgesucht. Ich kam aus dem Südwesten Deutschlands zum Studieren und wusste gleich, dass ich hier richtig bin.

Was gefällt Ihnen an dieser Stadt im hohen Norden?

Hamburg ist nach Berlin die zweitgrösste Stadt Deutschlands, aber man merkt es nicht. Es gibt viel Grün, die Alster, um die man joggt oder spaziert. Jeder Stadtteil hat ein eigenes kleines Zentrum, eine schöne Shoppingstrasse (Winterhude den Mühlenkamp, Eppendorf den Eppendorfer Weg, Harvestehude den Mittelweg) mit Cafés, Restaurants und Geschäften. Wer - wie ich - herrliche alte Häuser und Jugendstil-Villen liebt, kann stundenlang durch Blankenese, Eppendorf und Uhlenhorst wandern. Man ist ständig von Schönem umgeben.

Reisetipp: HamburgWie würden Sie das Leben und die Mentalität der Menschen beschreiben?

«Hamburg, meine Perle» heißt ein beliebtes Lied vom Lokal-Star Lotto King Karl, das vor jedem Heimspiel des HSV gesungen wird. Und weiter: «Du wunderschöne Stadt, bist mein Zuhaus’, Du bist mein Leben, bist die Stadt, auf die ich kann.» In diesem stolzen Bewusstsein leben die Hamburger recht entspannt. Man weiss, dass einem so schnell keiner das Wasser reichen kann. Hier gibt es die höchste Dichte an Millionären, aber man protzt nicht. Das Haus, das Auto, die Mode – man mag es klassisch, hanseatisch eben. Und wenn die erste, angeborene Zurückhaltung erst mal abfällt, dann sind die Hamburger  - entgegen ihres Images - aufgeschlossen und herzlich.

Welche Sehenswürdigkeiten darf ein Besucher in Hamburg nicht verpassen?

Natürlich muss man mal am Hafen gewesen sein, der Hamburg zu dem gemacht hat, was es heute ist: eine weltoffene und wohlhabende Stadt. Und man muss sich die neue Hafencity «erlaufen». Das wird das zukünftige Business- und Design-Zentrum der Stadt mit tollen Restaurants (zum Beispiel die Brasserie «Carls», ein Ableger des ehrwürdige Hotel Louis C. Jacob), Läden und internationalem Lifestyle, auch wenn die Elbphilharmonie noch viel Geld verschlingen wird, bis der erste Ton darin erklingt... Während einer Fleetfahrt auf einer der typisch Hamburgischen Barkassen lernt man die Stadt vom Wasser aus kennen (Abfahrt Jungfernstieg).

Wo essen Sie am liebsten?

Außergewöhnliche Sushi-Kreationen bekommt man bei «Henssler&Henssler» an der Grossen Elbstrasse. Die eng gestellten Tische teilt man sich hier gern mit Prominenz aus Sport, Medien und Show (unbedingt reservieren!). Thorsten Gillert bietet in seinem «Artisan» (Kampstraße) EIN wöchentlich wechselndes, siebengängiges Menu, aus dem man auswählt, worauf man Lust hat. Eine Geschmacksexplosion mit überraschenden Kombinationen. Tolle Weinempfehlungen. Der beste Italiener der Stadt ist gleich bei mir um die Ecke: «La Sorpresa» (Zimmerstrasse). Unbedingt den lauwarmen Ziegenkäse auf Ruccola und die Baby-Calamari probieren und sich über den herzlichen Service von Jaro und Piero freuen.

Wine & Dine, Clubs, Shopping, Wellness: Verraten Sie uns ein paar Geheimtipps?

Den unglaublichsten Blick über den ganzen Hafen und die Reeperbahn hat man aus der «20up Bar» im neuen Empire Riverside Hotel (Bernhard-Nocht-Straße). Einer meiner Lieblingsplätze ist das Hotel «Vier Jahreszeiten» (Neuer Jungfernstieg): Im Sommer kann man auf dem dazugehörigen Ponton auf der Alster den besten (und teuersten!) Eiscafe der Stadt trinken. Und im Winter ist es nirgendwo kuscheliger als in der Wohnhalle mit knisterndem Kamin, gemütlichen Sofas und beeindruckend grossem Weihnachtsbaum. Im hauseigenen Spa kann man sich so richtig verwöhnen lassen. Und danach auf der Luxus-Shoppingmeile Neuer Wall sich was Schönes gönnen – oder beim Windowshopping davon träumen.

Wir leben in einer veränderungsreichen Zeit. Womit bringen Sie den Begriff «Change» in Verbindung?

Gerade die Hamburger rennen nicht jedem Trend nach. Man schaut sich Neues an, und wenn es sich als gut erweist, engagiert man sich. Veränderungen sind nicht schlecht, aber man muss dabei man selbst bleiben. Dann profitiert man selbst und andere am meisten davon.

Und schliesslich unsere «Change»-Frage: Wenn Sie alle Macht der Welt hätten, welchen «Change» würden Sie realisieren?

Hilfe zur Selbsthilfe: Ich würde den Armen, vor allem den Frauen in den sogenannten «Dritte Welt-» und «Schwellen-Ländern», finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder selbst zu erwirtschaften. Das sind oft geringe Beträge, die so viel bewirken. Und ich würde, allen «Wenns» und «Abers» zum Trotz, die Wirtschaftsmächte dazu zwingen, endlich unseren Planeten zu schützen.

Frau Blumhagen, wir danken Ihnen für das Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Interview: Pery Gül

 

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