31. Juli 2010
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Interessenskonflikte - Warum wir gewisse Firmen mögen und andere nicht

RONDO Business Event, 16. August 2005
 
Alden Hotel Splügenschloss, Zürich
Referent: Rudolf-Patrick Schmid, Leiter Compliance bei ABN AMRO

Der Rondo Business Event fand diesmal im ALDEN Hotel Splügenschloss statt, dem kleinsten Fünfsterne-Hotel der Schweiz. In exklusiver Atmosphäre sprach Rudolf-Patrick Schmid vor knapp 60 Entscheidungsträgern über Interessenkonflikte, die zum Alltag eines jeden Unternehmens gehören. Als Leiter Compliance bei ABN AMRO befasst er sich selbst mit Geldwäscherei und Korruption. Die Bank ist mit einem Interessenkonflikt konfrontiert: Einerseits will Sie den Wünschen der Kunden gerecht werden, andererseits kann sie nicht die Wirtschaftskriminalität unterstützen. 

Interessenkonflikte sind für alle Unternehmen Realität. Ob Konsument, Arbeitnehmer, Anleger oder Unternehmensleiter: Jeder hat eine individuelle Wahrnehmung und spezifische Interessen. Manchmal sind sogar unsere eigenen Interessen miteinander im Widerstreit. Diese Interessenvielfalt bringt es mit sich, dass eine Firma nie alle restlos zufrieden stellen kann. Die Leitung eines Unternehmens wird so zum kunstvollen Balanceakt zwischen konkurrierenden Ansprüchen. Auch wenn nicht alle harmonieren, kann die Firma nämlich für ein positives Ungleichgewicht der Interessen sorgen, wie Rudolf-Patrick Schmid betonte.

Ein solcher Balanceakt ist gemäss Schmid Nissan gelungen. CEO Carlos Ghosn traf einen unpopulären Entscheid, als er den Konzern umstrukturierte und Tausende von Angestellten entliess. Das Ergebnis fiel trotz dem markanten Ungleichgewicht der Interessen aber positiv aus, so Schmid: Nissan schaffte den Turnaround vom verschuldeten zum prosperierenden Unternehmen. Mittlerweile wird Ghosn in Japan bewundert. Der Fall Nissan zeigt, dass Unternehmensentscheidungen nicht im Einklang mit allen Interessengruppen sein können. Es ist aber möglich, die Konflikte zu minimieren, wie Patrick Schmid plausibel darlegte. Erfolgreiche Firmen beweisen es täglich.

Als vorbildliches Unternehmen kann Ikea gelten: Der Möbelkonzern wird von der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen. Ikea gelingt es mit seinem guten Image, die Interessen seiner Konsumenten mit den eigenen Interessen zur Deckung zu bringen. Auch Puma zeigt exemplarisch, dass die Kunden durch ein hervorragendes Marketing positiv auf die Firma eingestimmt werden können.

Konsumenten entscheiden sich eben nicht nur nach rationalen Gesichtspunkten, sondern ebenso oft auch emotional für das Produkt eines Unternehmens. Zwar produziert der Sportartikelkonzern auch in Billiglohnländern – es besteht also durchaus Anlass zu Interessenkonflikten. Der breiten Öffentlichkeit wird trotzdem ein positives Bild der Firma vermittelt – dank dem gelungenen Branding bei Puma.

Patrick Schmid regte mit seinem Vortrag eine lebhafte Diskussion an. Das Publikum war sich einig, dass es kein fertiges Patentrezept für die Lösung von Interessenkonflikten gibt. Klar wurde aber auch, dass in der Hand der Firmenleitung liegt, die Konflikte gezielt zu minimieren. Eine herausragende Dienstleistung und eine harmonische Unternehmenskultur bieten dafür eine Grundlage. Daneben zeichnet sich eine erfolgreiche Firma vor allem durch das gelungene Marketing und die sorgfältig gepflegte Kommunikation mit den Kunden aus.

Für RONDO Business Event: Benjamin Manz, BLUETEXT

RONDO_Networking_Event_Zürich
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