Unternehmen/Märkte: Coca Cola schießt sich auf China-Markt ein
6. März 2009
Getränkekonzern will zwei Mrd. Dollar investieren
Der weltgrößte Softdrinkhersteller Coca Cola hat
Investitionen in Mrd.-Höhe in den chinesischen Markt angekündigt.
Innerhalb der kommenden drei Jahre will das Unternehmen rund zwei Mrd.
Dollar in die Produktion, Entwicklung und den Vertrieb in der
Volksrepublik stecken. Darüber hinaus ist die bereits im Vorjahr
angekündigte Übernahme des chinesischen Saftherstellers Huiyan Juice
Group weiterhin offen. Nach US-Medienberichten steht die Akquisition
auf der Kippe. So bedarf die Übernahme nach wie vor der Zustimmung
durch die chinesische Regierung, die angesichts der
Huiyan-Aktienkursentwertung im Zuge der Finanzkrise ausbleiben könnte.
Hat Coca Cola mit der Offerte dennoch Erfolg, kommt es zur bisher
größten Übernahme eines chinesischen Unternehmens durch einen
ausländischen Konkurrenten.
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Ende Februar hat sich der US-Getränkekonzern bereits in einem Mio.-schweren Deal mit Venedig darauf verständigt, in der italienischen Stadt trotz ihrer heiklen Stadtbildpflege Getränkeautomaten installieren und damit seine Vertriebswege erweitern zu dürfen. Mit den China-Investments scheint Coca Cola den Fokus auf "exotische Ziele" nunmehr zu verstärken. Angesichts der Marktgröße, die den Einzelhandel in die Volksrepublik lockt, ist ein zunehmendes Engagement internationaler Konzerne mehr als nachvollziehbar. Um die anhaltende Konsumschwäche des Westens zu kompensieren, bieten vergleichsweise stabile Wachstumsregionen wie China Möglichkeiten zur Überbrückung der Absatzflaute. So rechnet das Land in diesem Jahr trotz Wirtschaftskrise weiterhin mit einem Konjunkturwachstum von acht Prozent.
Im Zuge des China-Engagements will Coca Cola eigens kreierte und auf den chinesischen Geschmack abgestimmte Produkte entwickeln. Mit den zwei Mrd. Dollar steckt der Weltkonzern binnen der kommenden drei Jahre mehr Geld in die Volksrepublik als die seit 1979 investierte Gesamtsumme von 1,6 Mrd. Dollar. Aktionäre zeigen sich mit den Expansionsplänen des Getränkeherstellers jedoch nicht ausnahmslos einverstanden. Während die Weltmärkte verfallen, werde die Huiyan-Übernahme zunehmend teurer. Neben wirtschaftlichen Argumenten bleibt die China-Akquisition durch Coca Cola zudem aufgrund politischer Gegenstimmen vorerst ungewiss. So haben die Übernahme sowie die Mrd.-Investitionen des Softdrinkriesen symbolischen Charakter und werden als Zeichen für den zunehmenden Einzug des Kapitalismus in das größte realkommunistische Land der Welt bewertet. (pst)
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