31. Juli 2010
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Vontobel trifft Vertrauensverlust in Banken - Investmentsparte hebt Gewinn dennoch um über 20 Prozent

Herbert ScheidtHerbert Scheidt, CEO Vontobel Group

Die traditionsreiche Privatbank Vontobel hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Vertrauensverlust der Kunden in den Bankensektor zu spüren bekommen. Wie das international orientierte Institut heute, Donnerstag, mitteilte, entwickelte sich der Neugeldzufluss deutlich unter den Erwartungen. Trotzdem verzeichnete die Bank dank eines starken Geschäfts in der Investmentsparte mit strukturierten Produkten ein Gewinnplus von 23 Prozent auf 138,9 Mio. Franken. Wie sich die verschärfte Debatte um das Bankgeheimnis und die Steuersünder-CD auf den Neukundenbereich auswirkt, wird sich erst zeigen.

 
   
 

Bankgeheimnis-Debatte bisher ohne Folgen

Der Nettoneugeldzufluss bei Vontobel belief sich 2009 auf 2,1 Mrd. Franken. Noch ein Jahr zuvor waren der Privatbank knapp vier Mrd. Franken zugeflossen. Im Vermögensverwaltungsgeschäft seien nunmehr Maßnahmen eingeleitet worden, um den Neugeldzufluss 2010 "deutlich zu steigern". Die Steuerbetrüger-Debatte habe bislang jedoch keine Folgen gehabt. Der Rückgang war Vontobel-CEO Herbert Scheidt zufolge neben einem niedrigeren Vertrauen in die Branche auf Mittelabflüsse in die Heimatländer der Kunden zurückzuführen. Zudem sei mehr Geld in vergleichsweise wertsichere Anlagen wie Gold oder Immobilien investiert worden.

Kundenvermögen wächst trotz Zurückhaltung

Eine generelle Zurückhaltung sei nach wie vor sowohl bei privaten als auch institutionellen Kunden spürbar. Die verwalteten Kundenvermögen stiegen dennoch um 21 Prozent auf 75,2 Mrd. Franken. Dazu hätten besonders die Entwicklung an den Finanzmärkten und die Anlageperformance sowie die Akquisition der Commerzbank Schweiz im Juli des Vorjahres beigetragen. Mit dem erzielten Gewinn liegt Vontobel leicht über den Markterwartungen. An die Aktionäre soll eine um 17 Prozent höhere Dividende von 1,40 Franken pro Aktie ausgeschüttet werden. (pte)

26. Februar 2010

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