Krise stellt Schweizer Bankenmarkt auf den Kopf
Härterer Wettbewerb und Regulierung sorgen für Umbruch am Finanzplatz
Die Wirtschaftskrise hat am Finanzplatz Schweiz tiefe Spuren
hinterlassen. Bis 2015 ist im Bankensektor daher mit tiefgreifenden
Veränderungen zu rechnen, wie das Beratungsinstitut Accenture und der
Verband Schweizerischer Kantonalbanken aufzeigen. Banken müssten sich
auf einen "deutlich verschärften Wettbewerb", anhaltenden Margendruck,
stärkere Regulierung und veränderte Kundenbedürfnisse einstellen. Das
Marktumfeld dürfte für die Häuser schwierig bleiben. Eine
Branchenkonsolidierung sei vor allem bei Privat- und Regionalbanken die
Folge.
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Dem Schweizer Bankenmarkt wird ein härterer Verdrängungswettbewerb vorhergesagt. "Sinkende Erträge und steigende Kosten werden nachhaltig auf die Margen drücken", heißt es von Accenture. Der Konkurrenzdruck wachse besonders im Retail Banking. In den Markt drängen vorwiegend Online- und Direktbanken sowie Institute mit Low-Cost-Geschäftsmodellen, die sich Marktanteile holen wollen. Anders als ausländische Institute, Regionalbanken und Postfinance zählen im Private Banking Groß-, Privat- und Kantonalbanken zu den Gewinnern. Letztere seien künftig aber vermehrt außerkantonal tätig.
Banken in der Vertrauenskrise
Neben
dem erwartet stärkeren Wettbewerb sorgen laut den Experten zunehmende
Regulierung und eine Veränderung der Kundenbedürfnisse für eine
Neuordnung der Verhältnisse. Das international umstrittene
Bankgeheimnis dürfte zunehmend gelockert werden. Strengere
Haftungsregeln und eine striktere Corporate Governance sowie die
Forderung nach neuen Lohn- und Bonusmodellen seitens der Stakeholder
seien Folgen aus der Krise. Nachhaltiges Wirtschaften ohne Staatshilfen
werde immer wichtiger. "Transparenz, Sicherheit und Vertrauen gewinnen
bei den Kunden an Bedeutung", so Accenture.
Trotz des
schwieriger werdenden Marktumfelds sowie der anhaltenden Debatte um
Steuerbetrug und das Bankgeheimnis bleibt die Attraktivität des
Finanzplatzes nach Einschätzung der Branchenkenner für Schweizer
Privat- und Businesskunden erhalten. Beratungs- und Servicequalität
sowie der "hohe Stellenwert von politischer Stabilität und Sicherheit"
würden auch in Zukunft Wettbewerbsvorteile bilden. Die Institute
müssten sich jedoch durch die Anpassung von Geschäfts- und
Betriebsmodellen rechtzeitig positionieren. (pte)
12. März 2010