Großbritannien: Marktmissbrauch "inakzeptabel hoch"
Chef der FSA kritisiert Finanzsektor mit deutlichen Worten. Der aktuelle Zustand der britischen Finanzbranche ist für den Chef der
Financial Services Authority (FSA) Hector Sants nicht zufriedenstellend
- das Ausmaß des Marktmissbrauches sogar "inakzeptabel hoch", berichtet
die BBC. Es bedürfe neuer Maßnahmen, um Insiderhandel und anderen
Formen der Manipulation Einhalt zu gebieten. Gleichzeitig gäbe es keine
Anzeichen dafür, dass sich Großbritannien hier von anderen westlichen
Ländern unterscheide, so Sants. Angesichts dieser Analyse stockt die
britische Finanzbehörde nun um 460 Stellen auf und operiert künftig mit
insgesamt 3.700 Mitarbeitern.
"Unser Maßstab sollte es sein, einen Markt zu haben, dessen Teilnehmer wirklich auf saubere und faire Bedingungen vertrauen können", so Sants. Im Moment sei das nicht der Fall, denn viele Beteiligte würden seine Sicht der Dinge teilen. Die personell verstärkte Behörde will künftig aktiver handeln und Finanzprodukte gründlich überprüfen, bevor diese verkauft werden dürften. Bislang habe man sich darauf beschränkt, Konsumenten im Schadensfall weiterzuhelfen.
|
|||
Erst vor einer Woche hatte die Verurteilung des pensionierten Börsenmaklers Malcolm Calvert für Aufsehen gesorgt. Der ehemalige Mitarbeiter der Investment Bank Cazenove wurde wegen Insiderhandel zu 21 Monaten Haft verurteilt. Er hatte seine Kontakte dazu benutzt, Insiderinformationen zu bekommen, um danach über einen Bekannten Anteile zu kaufen, die dann wie erwartet an Wert gewannen. (pte)
15. März 2010