Burkhard Varnholt, Chief Investment Officer
«Die Möglichkeiten der Fiskalpolitik sind grösstenteils ausgeschöpft und
zudem politisch umstritten. Vor diesem Hintergrund wurden einige der
geldpolitischen Krücken zur Stützung der globalen Konjunktur inzwischen
beiseite gelegt, wenn auch mit gemischten Ergebnissen. So hat
beispielsweise der Schweizer Franken nach dem Ende der kostenintensiven
und ambitionierten staatlichen Devisenmarktinterventionen jüngst sein
Allzeithoch gegenüber dem Euro erreicht. Die Europäische Zentralbank
(EZB) musste auf dem Höhepunkt der Griechenland-Krise im Mai 2010
nachgeben und akzeptiert nun auch minderwertige Staatsanleihen in ihrer
Bilanz, obwohl sich die Währungshüter ursprünglich dazu verpflichtet
hatten, niemals direkt an den Anleihemärkten zu intervenieren.
Andererseits ist der Kollaps am Anleihemarkt ausgeblieben, den viele –
so auch wir – infolge des auslaufenden Kaufprogramms für britische
Staatsanleihen befürchtet hatten. Kompensierend wirkte hier das Engagement ausländischer Notenbanken und Finanzinstitute.»
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Michel Dérobert, Geschäftsführer der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers
Die im Sommer 2007 ausgebrochene Finanzkrise liegt bereits drei Jahre zurück. Ungeachtet einiger Remissionsphasen ist es jedoch nicht gelungen, sie in den Griff zu bekommen. Sie hat sich sogar auf einige Länder der Eurozone ausgeweitet. Nachdem sich die Staaten stark verschulden mussten, um insbesondere (aber nicht nur) den Banken zu Hilfe zu eilen, sind sie nun versucht, diese den politischen Preis dafür zahlen zu lassen. Es zeichnen sich drei verschiedene Reaktionsweisen auf reglementarischer, budgetpolitischer und fiskalpolitischer Ebene ab.
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Zu Jahresbeginn glaubten zahlreiche Analysten, für 2010 seien ein
kräftiges Gewinnwachstum (25 %), attraktive Aktienrenditen und magere
Renditen für Staatsanleihen zu erwarten. Wenn man auf die bisherige
Entwicklung zurückblickt, haben sie sich in all diesen Punkten geirrt.
Beim Gewinnwachstum waren sie nicht optimistisch genug – die Gewinne
werden um über 30 % zulegen –, und im Hinblick auf die Aktienrenditen
waren sie zumindest bis jetzt zu optimistisch. Und bei Anleihen lagen
sie wirklich völlig falsch. Kein Wunder, dass sogar einige der
gewieftesten Hedgefonds-Manager ein schlechtes Jahr haben. Was, wenn
nicht ein kräftiges Gewinnwachstum, solide Bilanzen und moderate
Bewertungen, sollte für Aktien sprechen?
Herbert J. Scheidt, CEO der Vontobel-Gruppe
Der Verwaltungsrat schlägt an der Generalversammlung vom 3. Mai 2011 den amtierenden CEO der Vontobel-Gruppe, Herbert J. Scheidt (58), als neuen Präsidenten des Verwaltungsrates der Bank Vontobel AG und der Vontobel Holding AG vor. Herbert J. Scheidt folgt Dr. Urs Widmer, dessen Amtszeit aufgrund der im Organisationsreglement festgelegten Altersgrenze mit der kommenden Generalversammlung endet. Über die Neubesetzung der CEO-Position entscheidet der Verwaltungsrat bis im Frühjahr 2011.
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Roger H. Hartmann, CEO der VP Bank Gruppe
Das Halbjahresergebnis 2010 der VP Bank Gruppe ist Ausdruck des weiterhin schwierigen Marktumfeldes. Die VP Bank reagiert auf diese Entwicklungen und gibt sich eine kundenorientiertere, schlankere und effizientere Führungsstruktur. Daneben stehen Wachstumsinitiativen und weitere Massnahmen zur Effizienzsteigerung im Fokus. Die VP Bank Gruppe erwirtschaftete für das erste Halbjahr 2010 einen Konzerngewinn von CHF 16.1 Mio. Im Vergleich zum Halbjahresergebnis 2009 von CHF 26.9 Mio. reduzierte sich der Konzerngewinn um 40 Prozent bzw. CHF 10.8 Mio. Dieser Gewinnrückgang ist die Folge des allgemein schwierigen Marktumfeldes.
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Der Yen wird immer stärker - und so der japanische Handel immer
schwächer. Vor einigen Tage kletterte die Währung mit 83,60 Yen je
US-Dollar auf ein 15-Jahreshoch. Durch den steigenden Kurs des Yen
sinken die Exportzahlen der seit Jahrzehnten chronisch kranken
Wirtschaft ins Bodenlose. Als ein auf Hochtechnologie konzentriertes
Land steht Japan in direkter Konkurrenz mit der EU inklusive dem
Schwergewicht Deutschland, dessen Exporte durch den schwächeren Euro
boomen. Dass Japan in absehbarer Zeit wieder Boden unter die Füsse
bekommt, ist nicht zu erwarten, denn die Handlungsspielräume des
japanischen Finanzministers sind äusserst begrenzt.
Andreas König
Fondsmanager des Pioneer Funds
Der US-Dollar wird gegenüber Euro und Yuan verlieren. Zu dieser Einschätzung kommt die Fondsgesellschaft Pioneer Investments in einem aktuellen Marktkommentar. "Der US-Dollar wird von den jüngsten Entwicklungen bezüglich Wirtschaftsdaten, Wachstum und Deflationsängsten belastet“, erklärt Andreas König, Fondsmanager des Pioneer Funds – Total Return Currencies bei Pioneer Investments. Davon profitierten auch die europäische Gemeinschaftswährung und der chinesische Yuan.
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Jürg Bucher, Konzernleiter Schweizer Post
Die Schweizerische Post hat im ersten Halbjahr 2010 einen Konzerngewinn von 484 Millionen Franken erwirtschaftet. Das sind 35 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. In allen vier Märkten hat die Post solide Ergebnisse erzielt. Die Zunahme ist hauptsächlich auf den Zuwachs an Kundengeldern, höheren Zinserfolg und die Wiederbelebung der Konjunktur zurückzuführen. Zudem wirkten sich auch aktuelle und frühere Kostensenkungsprogramme in der Logistik und in der Briefpost positiv auf das Ergebnis aus. Im gleichen Zeitraum wuchs der Personalbestand um 562 Stellen. Aus heutiger Sicht erwartet die Post ein gutes Jahresergebnis. Die Post setzt ihre Anstrengungen fort, in allen vier Märkten branchenübliche Ergebnisse zu erwirtschaften.
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Peter Hablützel, Dr. phil., Studium der Geschichte, Politikwissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und des Staatsrechts, ist ein profunder Kenner des politischen Systems der Schweiz. Er hat in den letzten 30 Jahren vier schweizerische Finanzminister als direkte Vorgesetzte erlebt und war von 1989 bis 2005 Direktor des Eidgenössischen Personalamtes. Seit 2006 ist er Inhaber der Hablützel Consulting Bern.
change.ch will vom ehemaligen Bundesratsberater wissen, wie er die aktuelle Lage am Schweizer Finanzmarkt beurteilt, welche Lehren wir aus der Finanzkrise ziehen müssen und wie er die weitere Entwicklung des Bankgeheimisses sieht.
Manfred Knof, CEO Allianz Suisse
Im Lebengeschäft hat die Allianz Suisse in einem insgesamt schrumpfenden Markt ihre Bruttoprämien im ersten Semester 2010 um 5,0 Prozent auf 1’477 Mio. Franken gesteigert. Das Wachstum resultiert aus dem Kollektivlebengeschäft, das einen Zuwachs von 10,2 Prozent verzeichnete. CEO Manfred Knof begründet dieses überdurchschnittliche Wachstum mit dem bedarfsgerechten Produktangebot der Allianz Suisse: „Unser Vollversicherungsmodell entspricht dem Wunsch der kleinen und mittelgrossen Unternehmen nach Sicherheit in der beruflichen Vorsorge.“ In Einzelleben sank das Prämienvolumen, insbesondere wegen einem Rückgang bei den
mehr..Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation in Europa wird der Euro weiterhin unter Druck geraten. Zu dieser Einschätzung kommt Carmel Wellso in einem aktuellen Marktkommentar zu Finanzunternehmen ausserhalb der USA. Wellso ist Aktien-Analystin für Finanzunternehmen beim amerikanischen Asset Manager Janus. „Zum einen müssen die Regierungen mehr Kapital aufbringen, um die Rettung der Bankensysteme zu finanzieren“, sagt Wellso. Daher sei es erforderlich, mehr Geld in Umlauf zu bringen, was die Währung unter Druck setzen werde. Zudem würden die Sparmassnahmen der öffentlichen Hand zu einer verhaltenen Entwicklung der Wirtschaft führen. „Die Konsenserwartungen für das europäische Wirtschaftswachstum belaufen sich für die nächsten drei Jahre auf 1,3 Prozent pro Jahr“, sagt Wellso. Die Europäische Zentralbank schätzt den Zuwachs der Wirtschaftsleistung in ihrem Monatsbericht von Anfang August mit 1,1 Prozent noch etwas vorsichtiger ein.
mehr..Aufgrund der deutlich günstigeren Konjunkturdaten aus Europa - vor allem aus Deutschland -, der starken Quartalszahlen und der positiven Ergebnisse der Stresstests für europäische Banken hat sich die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten im Juli wieder normalisiert. Dazu trug auch die Tatsache bei, dass nach der Staatsanleihenkrise in Europa andere Themen ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückten. Trotz der heftigen Krise im Mai hat das Unternehmens- und Verbrauchervertrauen im Euroraum überraschenderweise inzwischen wieder ein historisch hohes Niveau erreicht. Deutschland verzeichnete ausserdem im zweiten Quartal ein unerwartet kräftiges Wachstum (+3,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal). In China verlangsamt sich das Wachstum wie von uns erwartet.
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Bohrinsel: Die Diskussion um Peak Oil schlägt immer höhere Wellen (Foto:
pixelio.de/schütz)
Der Zeitpunkt, an dem das Erdölfördermaximum (Peak Oil) eintritt, bereitet der britischen Regierung Kopfzerbrechen. Wie der Guardian schreibt, ist die Politik bereits seit Jahren alarmiert. So würden kritische Statements der Industrie und Wissenschaft bewusst zurückgehalten, offizielle Aussagen bleiben widersprüchlich: Obwohl die Politik sich eingestanden hat, dass Geheimhaltung nicht förderlich ist, werden wichtige Informationen gezielt verschleiert.
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Die Konjunkturerwartungen haben sich gemäss dem
Finanzmarkttest der Credit Suisse und des Zentrums für Europäische
Wirtschaftsforschung (ZEW) im August wieder etwas verbessert. Der Credit
Suisse ZEW Indikator verzeichnete einen Zugewinn von 6.9 Punkten und
erreichte 9.1 Punkte. Der Index zur Einschätzung der aktuellen
Konjunkturlage setzte seinen Aufwärtstrend auch in diesem Monat fort und
liegt mit 27.3 Punkten um 5.1 Punkte über dem Vormonatswert. Die
Erwartungen hinsichtlich des Zinsumfelds haben sich im August ebenfalls
weiter erhöht. Inzwischen erwarten 39.5% der Umfrageteilnehmer (+15.1
Prozentpunkte) einen Anstieg der kurzfristigen Zinsen innerhalb der
nächsten sechs Monate.
Partners Group, der globale Vermögensverwalter für
Privatmarktstrategien, sieht weiterhin attraktive
Investitionsmöglichkeiten im aktuellen Immobilienmarkt und engagiert
sich mit einem Co-Investor mit 40 Millionen britischen Pfund für seine
Kunden in der vorrangigen Senior B Kreditfinanzierung der
Geschäftsimmobilie am Canada Square 5 in London. Die vollständig
vermietete Gewerbeimmobilie befindet sich an bester Lage in Canary
Wharf, einem begehrten Standort für Geschäftsimmobilien in London. Die
Immobilie ist langfristig (15 Jahre und mehr Vertragsdauer) an eine
finanzstarke internationale Mieterin vermietet und direkt an das
öffentliche Verkehrsnetz angebunden (London Underground, Dockland Light
Railway, Crossrail stations).
Hongkong bei Nacht: Investoren werden an die Börse gelockt (Foto: pixelio.de, Michael Lemke)
Nach dem geglückten Megabörsegang der Agricultural Bank of China drängen nun auch Energieversorger aus dem Reich der Mitte auf das Parkett. Wie das Handelsblatt heute, Mittwoch, berichtet, streben die China Huaneng Group und Datang den IPO ihrer Ökostrom-Sparten an. Je eine Mrd. Dollar könnten die Emissionen ausmachen. Die IPO-Erlöse sollen in erneuerbare Energien investiert werden. Die IPO-Pläne der beiden Unternehmen stossen auf Gegenliebe bei Händlern und Investoren. Denn Branchenkenner trauen der regenerativen Energiebranche noch weiteres Wachstum zu. Anteile an den Gesellschaften zu halten, ist laut Insidern langfristig sinnvoll. China Huaneng will die Assets seiner Ökostrom-Sparte frühestens Anfang Oktober an die Börse bringen.
mehr..Die US-Wirtschaft profitiert weiterhin von den massiven Staatshilfen, die noch lange nicht ausgeschöpft sind. Diese Meinung vertritt die Investmentgesellschaft Pioneer Investments in einem aktuellen Marktkommentar. „Erst vor kurzem haben wir die 50-Prozent-Marke der abgerufenen Fördermittel erreicht – bis Ende Juni 2010 wurden erst 417 Milliarden US-Dollar der zur Verfügung gestellten 787 Milliarden US-Dollar in Anspruch genommen“, sagt Ken Taubes, Portfolio Manager bei Pioneer Investments. Die Furcht vor einer ausbleibenden Unterstützung von dieser Seite sei unbegründet.
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Bruno Pfister, CEO der Swiss Life-Gruppe: «Swiss Life verzeichnet ein starkes erstes Halbjahr 2010. Dies zeigt sich insbesondere im Reingewinn, den zusätzlich realisierten Kostensenkungen und der guten Arbeit im Investment Management. Auch die Stärkung der Kundenbetreuung und Distribution beweisen, dass wir auf unserem Weg des profitablen Wachstums erneut nachhaltige Fortschritte erzielt haben. Die letztes Jahr im Rahmen unseres gruppenweiten Unternehmensprogramms MILESTONE eingeleiteten Massnahmen greifen.»
Indien ist als weltweiter Wachstumstreiber auf eine intakte Energieversorgung angewiesen. Nachdem importierte fossile Brennstoffe bislang den Strommix dominierten, soll sich dies nun ändern: Das bestehende Defizit in der Energieversorgung und die steigende Energienachfrage will die indische Regierung vermehrt durch einheimische erneuerbare Energien decken. Dieses Ziel eröffnet indischen Herstellern von Wind- und Solaranlagen Perspektiven. Wer davon profitieren könnte, zeigt die aktuelle Nachhaltigkeitsstudie «Erneuerbare Energien 2010» der Bank Sarasin.
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Dr. Michael Buscher, CEO OC Oerlikon
Der Oerlikon Konzern befindet sich auf dem Weg der Erholung. Operativ zeigte die Mehrzahl der Segmente in den zurückliegenden Monaten ein anhaltendes Wachstum. Der Bestellungseingang des Konzerns nahm in den ersten sechs Monaten im Vorjahresvergleich um 33 Prozent zu. Wesentliche Impulse kamen vor allem aus den Wachstumsmärkten in Asien. Die Profitabilität des Oerlikon Konzerns entwickelte sich ebenfalls positiv. Oerlikon Coating, Advanced Technologies und Vacuum waren im ersten Halbjahr profitabel, Oerlikon Textile und Oerlikon Drive Systems überschritten operativ die Gewinnschwelle im zweiten Quartal. "Es liegen noch viele anspruchsvolle strategische und operationelle Aufgaben vor uns, aber wir sind auf gutem Wege, den konzernweiten Turnaround zu erreichen und eine solide Basis für ein nachhaltiges Comeback von Oerlikon zu schaffen", sagt Dr. Michael Buscher, CEO des Unternehmens.
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Herr Dobelli, Sie sind der Gründer von Zurich.Minds. Sagen Sie uns doch bitte, welche Personen trifft man an Ihren Veranstaltungen? Zurich.Minds versteht sich als Plattform für
herausragend intelligente, kreative und innovative Persönlichkeiten aus
Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft. Politiker sind explizit ausgeschlossen. Die
Leute sind mit viel Leidenschaft dabei; es findet ein reger Austausch von Ideen
und Erfahrungen statt.
Roger Köppel, Chef-redaktor der Weltwoche
Chancen: Die Schweiz steht als Land überdurchschnittlich gut da. Wenn die Schweiz die Schweiz bleibt, sind ihre Aussichten hervorragend. Changes: Ich wünsche mir einen Bundesrat, der sich entschiedener hinter unser Land stellt.
«Wenn Sie alle Macht der Welt hätten, welchen «Change» würden Sie realisieren?»
Otto Ineichen, Unter-nehmer: "Ich würde der Ökologie oberste Priorität einräumen. Nur sie wird möglichst breit abgestützte Sicherheit für alle bringen."
Urs Egger, CEO, Swisscontact und Zürcher FDP-Stadt-ratskandidat: "Ich würde den Armen dieser Welt den Zugang zu Bildung, politischen Rechten und Märkten ermöglichen."
Hansueli Loosli, Coop-Chef: "Mit globaler Wirtschaftpolitik allen Erdbewohnern ein lebenswertes Leben ermöglichen."
Eric Syz, Gründungs-mitglied und General Manager der Bank Syz & Co. AG: "Hätte ich diese Macht, würde ich nicht viel verlangen. Lediglich, dass unsere Finanzindustrie im gleichen Masse die Unterstützung seitens der Behörden und der Medien erfährt, wie dies bei unseren Konkurrenten der Fall ist. Es ist interessant festzustellen, dass sich die angelsächsische Presse stets auf die Seite ihres Finanzplatzes schlägt, während wir einen gewissen Hang zur Selbstgeisselung pflegen. In der Schweiz gehört es zum guten Ton der Medien, systematisch die Banken zu kritisieren, während uns die öffentliche Meinung weitgehend wohlgesinnt ist."
Antoinette Hunziker-Ebneter, CEO, Gründ-ungspartnerin und Vizepräsidentin des Verwaltungsrats Forma Futura Invest AG in Zürich: "Ich würde ein nachhaltiges volks-wirtschaftliches System einführen mit neuen, sinnvollen Zielen für Wachstum, Wohlfahrt und Effektivität. Als neues Instrument würde ich zusammen mit der neuen Generation auf allen Kontinenten eine Betriebswirtschaftslehre entwickeln, welche ökonomische, ökologische und ethische Aspekte integriert."
Kaspar Schuler, Co-Geschäftsleiter von Greenpeace in der Schweiz:"Das sich die Menschen bei jeder grossen Frage zuerst ans Herz statt ans Portemonnaie greifen."
Martin Bisang, CEO, Bellevue Group AG: "Ich möchte die jungen Leute motivieren, in der heutigen Welt etwas Positives in Bewegung zu setzen, am liebsten natürlich, in dem sie Unternehmer werden."
Dr. Hans-Peter Fricker, CEO des WWF Schweiz. "Die sofortige, weltweite Umstellung auf einen Lebensstil, der allen Erdenbewohnern eine sichere Existenz, fernab von Hunger und Mangel, und der Erde als ganzer eine intakte Zukunft garantiert."
Paola Ghillani, Inhaberin, Paola Ghillani & Friends AG: "Ich würde ein wirtschaftliches Modell umsetzen, welches allen Menschen dient. Die entscheidende Frage ist: welche «Art von Menschheit» wollen wir? Welches ist unser Daseinsgrund? Es sollte der Sinn unseres Lebens sein, die Entwicklung der Menschheit in Frieden und Harmonie zu erlauben und aktiv zu fördern."
Urs Winkler, CEO, World Vision Schweiz: "Ich würde die Herzenshaltung der Menschen verändern, so dass nicht mehr Egoismus und Habgier dominieren, sondern wichtige christliche Werte wie Nächstenliebe, Versöhnung und Gerechtigkeit voll zum Tragen kommen. Damit hätten wir eine Welt, in der Frieden herrscht und alle Menschen ein Leben in Würde führen können."
Dr. Pierin Vincenz, CEO der Raiffeisen Group: "Ich würde versuchen, einer wertorientierten Führung stärker zum Durchbruch zu verhelfen: durch motivierte Verantwortungsträger und nicht durch zusätzliche Gesetze."
Otto Ineichen, Unternehmer und Nationalrat: "Ich würde der Ökologie oberste Priorität einräumen. Nur sie wird möglichst breit abgestützte Sicherheit für alle bringen."
Doris Fiala-Goldiger, PR-Beraterin und Nationalrätin: "Wenn ich alle Macht der Welt hätte, würde ich ganz sicher versuchen, die unglaublich schwierige Situation in den Subsahara-Staaten zu verbessern. Diese Länder leiden unter zahlreichen bewaffneten Konflikten, Wasser-knappheiten sowie einer immer grösseren Armut. Aufgrund dessen findet eine zunehmende Völkerwanderung statt. Wir müssen mit friedensfördernden und stabilisierenden Massnahmen dafür sorgen, dass sich die Situation in diesen Ländern entspannt, indem wir uns etwa für eine bessere Governance und gegen Korruption einsetzen. Wenn uns das nicht gelingt, wird das auch für Europa Konsequenzen haben."
Jürg Bucher, CEO, PostFinance sowie Mitglied der Konzern-leitung der Schwei-zerischen Post. "Die Welt steht vor der riesigen Herausfor-derung, für eine nachhaltige Entwicklung zu sorgen, die den nächsten Generationen gute Lebensqualität bietet."
Dr. Fleur Platow ist Finanzkolumnistin: "Ich würde den Prozess der sich wieder öffnende Schere zwischen Arm und Reich auf dieser Welt revidieren. Denn soviel ist gewiss: Die Finanzkrise zeigt ihre Spuren insbesondere in den Elendsvierteln der Schwellenländer – aber nicht nur dort."
Yves Mirabaud, Partner, Mirabaud & Co, Genf: "Natürlich würde ich gerne mehrere «Changes» realisieren. Aber um hier nur einen «Change» zu nennen: Ich wünschte, dass die Privatsphäre garantiert wird. Die Terroranschläge und die Finanzkrise haben den Staaten einen fantastischen Vorwand geliefert, das Leben ihrer Mitbürger zunehmend zu kontrollieren. Das weckt in mir nicht nur schöne Erinnerungen. Das soll allerdings selbstverständlich nicht heissen, dass für die Umgehung der gesetzlichen Normen unseres Wohnsitzlandes ein Freischein ausgegeben werden soll."
Maya Onken, Schulleiterin und Autorin: "Ich würde gerne einmal die herrschenden, von Männern geprägten Machtverhältnisse auf-heben und die Frauen an die Macht kommen lassen. Es würde mich interessieren, was passiert, wenn die Männer zwei Drittel der Weltarbeit leisten, dafür lediglich zehn Prozent vom Gesamtlohn erhalten und nur noch ein Prozent vom Weltvermögen in den Händen halten."

Barack Obamas Slogan lautet: «Change – Yes We Can!» Wie lautet Ihr Slogan?
Renate Schwob, Leiterin Finanzmarkt Schweiz und Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung: "Können allein genügt nicht. Es braucht zusätzlich den Willen und die
Bereitschaft, etwas zu tun. In diesem Sinne möchte ich sagen: Yes, we
can, we will and we shall..."
Klaus J. Stöhlker, PR Berater und Autor: "Simply the best."
Daniel Jositsch, SP-Nationalrat und Professor für Strafrecht: "Ich setze mich ein für einen starken, sozialen und ökologischen Kanton Zürich."
Joachim H. Strähle, CEO, Bank Sarasin & Cie AG: "Um das durch die Finanzkrise verlorene Vertrauen der Marktteilnehmer
wieder zurückzugewinnen, müssen wir als Bank Verlässlichkeit und
Qualität garantieren. Entscheidend sind in unserem Business die
Rückbesinnung auf alte Werte wie Kundenorientierung, die Ausrichtung
auf ein effizientes Geschäftsmodell sowie die Definition eines klaren
Leistungskatalogs. Meine Devise lautet hier: „Nur das tun und anbieten,
was wir wirklich gut können.“ Ich bin entsprechend überzeugt, dass der
Markt die von der Bank Sarasin fokussierte Geschäftsstrategie
honoriert. Wir setzen damit nicht auf kurzfristige Gewinnmaximierung,
sondern auf Nachhaltigkeit und Beständigkeit – zwei sehr verlässliche
Werte."
Urs Meier, Unternehmer und Fussballexperte: "Solange es ein Besser gibt, ist gut nicht gut genug."
Natalie Rickli, Nationalrätin: "Für eine selbstbewusste Schweiz."