Von einer Führungskraft wird Führung und Kraft erwartet. Doch was kämpferisch klingt, ist eine Sache des Herzens.
Am
meisten leidet der Mensch, sofern ihn nicht Hunger, Schmerz oder Kälte
plagen, an Beziehungslosigkeit. Obwohl wir durch Mobiltelefon und Mail
alle ständig miteinander verbunden sind, verbleiben viele Begegnungen
an der Oberfläche und führen zu einem modernen und traurigen Phänomen;
zur gemeinsamen Einsamkeit.
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Auch im Geschäftsleben pflegen wir Beziehungen, die oft von Distanz geprägt sind, und leiden, wenn wir fünf Tage pro Woche mit anderen Menschen verbringen und uns mit ihnen unterhalten, aber nichts von ihnen erfahren.
Dies ist gewiss kein Aufruf, die Arbeit hinzuwerfen, sich in einen Kreis zu setzen und einander persönliche Probleme anzuvertrauen. Es ist aber ein Aufruf, sich daran zu erinnern, dass, Angestellte und Vorgesetzte in erster Linie Menschen sind und auch so behandelt werden möchten.
Unlogisch und hilflos und darum ein Mensch
Eine gute Führungskraft ist man darum, wenn man eine gute Fühlungskraft ist. Wenn man seinen Untergebenen mit offenem Herzen gegenübertritt und erkennt, wie es ihnen geht. Wenn man der Tatsache Raum gibt, dass Menschen Gefühle haben, verletzlich sind, zuweilen unlogisch und meist ein bisschen hilflos, eben Menschen sind.
Das erfordert Stärke – eben Kraft. Es ist einfacher, die Traurigkeit seiner Sekretärin zu ignorieren als auszuhalten. Wie aber fühlt sich die Sekretärin, wenn ihre Gefühle ignoriert werden? Wie steht sie zu ihrem Chef? Wie wirkt es sich generell auf ihre Arbeit aus, auf ihre Motivation?
Einfühlungsvermögen schafft Vertrauen. Es macht Freude, reisst mit, begeistert und motiviert. Vertrauen ist aber auch ein Gefühl das verletzlich macht. Wer also Vertrauen ernten will, muss mit Gefühlen umgehen können. Es geht immer um den ganzen Menschen, um Respekt und Menschlichkeit, also um Herzensbildung.
So fühlen Sie beim Führen.
Richten Sie Ihren Fokus auf die Herzebene und sprechen Sie die Gefühle der Menschen an. Macht Dir diese Arbeit Freude? Was motiviert Dich bei dieser neuen Herausforderung? Warum zweifelst Du an dieser Lösung? Was brauchst Du, um begeistert zu sein?
Hilfreich ist auch ein Sprachrepertoire für die eigenen Gefühle, ohne Schuldzuweisung oder Unterton: Ich bin traurig, dass es nicht geklappt hat. Ich bin enttäuscht, dass der Termin nicht eingehalten wurde.
Und natürlich auch: Ich freue mich über den heutigen Erfolg. Ich bin glücklich über die bestandene Prüfung. Ich bin stolz auf unser Team.
So wirken Sie menschlich, offen, ehrlich, echt und glaubwürdig.
Das schafft Vertrauen. Vor allem aber schafft es Kraft – und damit echte, spür- und fühlbare Führung.
Ihre Spirit-of-Change-Coaches
Thomas Meyer und Angelo Ravasio
August 2008
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