Walter Borner ist CEO der Zimmerli Textil AG.
Wir sprachen mit Walter Borner über den «Generation Change» bei der Zimmerli Textil AG.
Die Firmengeschichte in
Kürze: 1991 kaufen Hans und Walter Borner die Produktionsfirma von
Zimmerli im Tessin, 1997 die Verkaufsfirma Zimmerli Textil AG in
Aarburg. Walter Borner übernimmt ab Anfang 1998 die Gesamtleitung der
Gruppe als Managing Director. 2007 erfolgt der Verkauf. Walter Borner
bleibt Teilhaber sowie Geschäftsleiter und Verwaltungsrat.
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change.ch
Eine der größten Herausforderungen beim Generationenwechsel ist neben der Suche nach dem geeigneten Nachfolger die Überwindung, die es für den Senior braucht, den Betrieb aus den Händen zu geben. Herr Borner, wie erleben Sie selbst diesen Prozess?
Walter Borner
Ich stehe erst am Anfang dieses Wechsels, der designierte Nachfolger per Januar 2009 für die Verkaufsfirma ist erst kürzlich bei uns eingetreten. Die Produktionsfirma werde ich noch bis Ende 2010 leiten. Es ist also eine Ablösung in Raten.
Was war damals – vor 17 Jahren – die Motivation für Sie den Betrieb zu übernehmen? Wo sahen Sie die Herausforderung?
Ich hatte schlechte Erfahrungen als Direktor einer KMU hinter mir und war auch in einem Grossbetrieb als leitender Angestellter unglücklich gewesen. Da packte ich die Chance, die Zimmerli Coldrerio SA zusammen mit meinem Cousin zu kaufen. Ich hatte jene KMU damals wieder auf Kurs gebracht und kannte so Chancen und Risiken.
Wie wählt man den richtigen Zeitpunkt für den Generation Change?
Für mich waren der Zeitpunkt des Verkaufs der Firma und die Nachfolgelösung gegeben, als der richtige Käufer auftauchte. Ich musste und wollte die Nachfolge selber regeln – der Käufer sah das auch so. Also ist ein Alter von ungefähr 62 Jahren – wie in meinem Fall – sicher nicht schlecht.
Wie haben Sie sich persönlich auf diesen Prozess vorbereitet?
Ich habe mich lange auf den Verkauf der Firma vorbereitet und viele Gespräche geführt. Bei einer anderen Lösung, d.h. bei einem schnellen Ausscheiden hätte ich mit dem Ertrag des Aktienverkaufs noch einmal etwas Neues angefangen.
Wie muss dieser wichtige Schritt konkret vorbereitet werden?
Die private Situation muss abgeklärt werden: Es darf keine Existenzangst auftreten. Man muss sich zudem über die zukünftige Zeiteinteilung klar werden: Der Mensch braucht schliesslich eine Aufgabe!
Haben Sie den Generationenwechsel alleine vollzogen oder haben Sie einer externen Beratungsagentur vertraut?
Den Verkauf der Firma haben mein Cousin und ich als Aktionäre vollständig allein durchgezogen, wobei mein ehemaliger Teilhaber in diesem Gebiet Experte ist. Den Nachfolger habe ich ausgewählt, nachdem eine renommierte Personalvermittlung aus den vielen Bewerbungen acht Kandidaten vorgeschlagen hatte.
Haben Sie einen Tipp, welchen Sie unseren interessierten Lesern aus der Sicht des Senior-Unternehmers geben möchten?
Ich habe in all den schwierigen Prozessen immer nach dem Vernunftprinzip gehandelt. Mögliche Käufer, welche einer erfolgreichen Weiterführung der Firma geschadet hätten, habe ich fortwährend aus dem Rennen genommen. Am Schluss war dann die richtige Lösung – da war natürlich auch Glück mit im Spiel – sehr nahe liegend und richtig.
Herr Borner, wir danken Ihnen für das Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.
Interview: Zoran Bozanic, April 2008
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