31. Juli 2010
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Wirtschaftjahr 2009:
«Jetzt ist Optimismus gefragt»

Sandra C. Vazguez Schlumpf Sandra C. Vázquez Schlumpf ist Juristin, Gründungsmitglied und Managing Partner der Fabrical GmbH. Sie leitet den Bereich Privatkunden und ist als diplomiertes Mitglied der Society of Trust and Estate Practitioners auf internationales Tax Planning und Trusts spezialisiert. Fabrical GmbH ist ein Family Office, das Strategien ausarbeitet und umsetzt, die darauf abzielen, das Vermögen international tätiger Unternehmer steuer- und erbrechtlich zu strukturieren.

change.ch sprach mit Sandra C. Vázquez Schlumpf über die voraussichtlichen wirtschaftlichen Entwicklungen in diesem Jahr.


 
   
 

Das Jahr 2008 war ein ganz besonderes Wirtschaftsjahr und wird aufgrund der Turbulenzen an den Finanzmärkten in die Geschichte eingehen. Frau Vázquez, wie sieht Ihr persönlicher Rückblick aus?

2008 war für mich als Unternehmerin ein sehr erfolgreiches Jahr, auch wenn das vielleicht überrascht. Unsere Kunden sind mehrheitlich international tätige Unternehmer. Wir durften Ihnen weitgehend in einem boomenden Umfeld beratend zur Seite stehen. Viele unserer Kunden haben 2008 weiter investiert und expandiert. Deshalb sehen für uns die Prognosen auch fürs 2009 gut aus. 

Welche Entwicklungen erwarten Sie in wirtschaftlicher Hinsicht für dieses Jahr?

Was man auch hört oder liest: Die Wirtschaftsprognosen sind tendenziell vorsichtig bis negativ. Für mich steckt ein gutes Stück Selbstschutz dahinter: Je tiefer die Messlatte liegt, desto einfacher wird es, diese zu überspringen. Als bodenständige Optimistin glaube ich, dass wir in der Schweiz die nötigen Massnahmen ergriffen haben, um die schwierigere wirtschaftliche Lage erfolgreich hinter uns zu bringen und unsere Ziele umzusetzen. Dabei sollten wir unsere nationalen Stärken – Engagement, Kreativität, Konstanz und Optimismus – im Alltag leben und bewusst einsetzen.

Diesen Januar hat die Amtszeit des neuen amerikanischen Präsidenten Barack Obama begonnen. Welchen Impact wird uns dieser Change bringen?


Obama verkörpert meines Erachtens eine neue Generation. Eine Generation, die sich von alten Zöpfen befreien und neue Wege gehen will. Er hat das Zeug, um Grundwerte wieder in die Politik zu integrieren und mit Intelligenz statt mit Populismus Jung und Alt hinter sich zu scharen. Für mich steht fest: Mit Obama an der Spitze haben die USA das Potenzial, eine neue Ära einzuläuten und Amerika wieder zu einem Land zu machen, das man gerne als Partner im gleichen Boot hat.

Barack Obamas Slogan lautet: «Change – Yes we can!» Wie lautet Ihr Slogan für 2009?


Trotz zurückhaltender wirtschaftlicher Prognosen lautet mein Slogan: «Whatever the future brings – we will succeed!» Meine persönliche Erfahrung zeigt mir, dass mit positivem Denken und Durchhaltewillen alles möglich ist.

Wie behauptet sich Fabrical in der schwierigeren wirtschaftlichen Lage?

Unsere Kunden schätzen den engen Kontakt mit uns. Daher können wir meist rechtzeitig und vor allem sehr schnell auf Veränderungen im Markt oder im Umfeld unserer Unternehmerkunden reagieren. Fabrical steht für gesunde Diversifikation ohne Klumpenrisiken. Diese pragmatische Beratung und unser persönlicher Einsatz zahlen sich offensichtlich aus, denn Fabrical konnte 2008 sowohl die Kundenbasis als auch den Gewinn weiter ausbauen.

Was macht Fabrical anders als andere Family Offices?

Fabrical geht stark auf die Bedürfnisse und die individuelle Situation eines Kunden ein. Wir stehen für massgeschneiderte Lösungen und ein persönliches Engagement und sind stets bereit, für unsere Kunden eine «Extra Mile» zu laufen. Dass Kunden uns ihr Vertrauen schenken, ist für mich das grösste Kompliment.

Wir leben in einer sehr dynamischen und veränderungsreichen Zeit. Womit bringen Sie den Begriff «Change» in Verbindung?

Change, also Veränderung, bedeutet für mich Aufbruchstimmung und Mut. Wer Change lebt, packt neue Gelegenheiten beim Schopf, kann auf Andersdenkende Menschen zugehen und ist offen für Unbekanntes.

Schliesslich unsere Change-Frage: Wenn Sie alle Macht der Welt hätten, welchen globalen Change würde Sie realisieren?


Ich würde eine Formel erfinden, welche es den Menschen verschiedenster Kulturen und Glaubensrichtungen ermöglicht, in Frieden und Respekt zusammenzuleben, und die den Hunger auf dieser Welt abschaffen würde.

Frau Schlumpf, ich danke Ihnen für das Interview.

Interview: Zoran Bozanic, Januar 2009

 

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