31. Juli 2010
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Online-Reisemarkt: «Umsätze nehmen zu»

Roland Zeller, Gründer, travel.ch Roland Zeller, Gründer von travel.ch

Roland Zeller: 1999 hatte er eine Vision. Im darauf folgenden Jahr gründete er die Travelwindow AG. Heute ist die Travelwindow AG eine Tochtergesellschaft der Hotelplan Holding AG, welche Ihrerseits zum Migros-Konzern gehört. Travelwindow ist ein professionelles Fullservice-Reisebüro, das sich auf die Abwicklung von Online-Reisen spezialisiert hat. Mit «travel.ch» betreibt travelwindow zudem das wichtigste Schweizer Online-Reiseportal.

change.ch sprach mit dem Online-Reisepionier Roland Zeller von travel.ch über die Bedeutung und Entwicklung des Online-Reisemarkts in der Schweiz.

 
   
 

change.ch
Herr Zeller, welche Bedeutung hat das Internet für den Reisemarkt heute?


Roland Zeller
Die Reiseplanung wird gemäss einer Studie der Elvia bereits heute zu 90 Prozent im Internet gemacht. Besonders in Krisenzeiten möchten die Leute vergleichen und sparen.

Welche Dienstleistungen werden über ein Online-Portal hauptsächlich gebucht?

Vor allem werden Flug- und Nur-Hotel-Buchungen getätigt. Eine wichtige und stark frequentierte Dienstleistung ist der Preisvergleich bei Pauschalreisen von verschiedenen Anbietern. Auf travel.ch können alle namhaften Schweizer Reiseveranstalter per Mausklick verglichen werden. Dank der Implementierung eines neu entwickelten Dynamic Packaging Tools steigt auch die Nachfrage nach Online-Buchungen von Städtereisen. Mit dieser neu integrierten Funktion, dank der individuelles Zusammenstellen von Einzelleistungen  ermöglicht wird, geben wir den Kunden das ideale Werkzeug in die Hand, um ihre ganz persönliche Traumreise zu gestalten.

Wie erklären Sie sich den Erfolg des Online-Reisemarkts?


Das Internet bietet einen umfassenden Überblick aller Angebote und aller Veranstalter. Es ermöglicht so dem Kunden direkte Vergleichsmöglichkeiten ohne grossen Zeitaufwand. Der Kunde kann stöbern ohne Kaufdruck, und das rund um die Uhr.

Wie sieht der Erfolg in Zahlen aus?

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichneten wir eine Steigerung von 30 Prozent auf rund 50'000 Passagiere. Im kommenden Jahr erwarten wir gar einen Zuwachs von 50 Prozent.

travel.chHerr Zeller, mittlerweile gibt es einige Reiseportale in der Schweiz. Was zeichnet das Portal travel.ch besonders aus?

travel.ch weist das breiteste Angebot aller Internetportale auf und ist das einzige, das einen Vergleich aller relevanten Schweizer Veranstalter im Bereich Pauschalreisen anbietet. Wir haben im Online-Bereich Pionierarbeit geleistet. Ausserdem haben Kunden bei uns den Vorteil, mit Flug-, Mietwagen- und Hotelbuchungen Cumulus-Punke sammeln zu können.

Wie weit kann ein Online-Portal die persönliche Beratung ersetzen?

Internetbuchung eignet sich für Einzelelemente wie Flug, Mietwagen oder Hotel sowie Städtereisen und «Badeferien-Päckli». Für komplexe Rundreisen oder Baukastenprodukte ist das Internet weniger geeignet, kann es doch da die persönliche Beratung nicht ersetzen.

Das depressive Verhalten der Konsumenten wird voraussichtlich auch die Reisebranche belasten. Wie sieht Ihre Prognose aus?

Grundsätzlich wird die gegenwärtige Konjunkturlage sicher nicht spurlos an uns vorbeigehen. Für travel.ch kann die Finanzkrise aber auch positive Folgen haben: Eben genau wegen des bereits erwähnten «Vergleichen-und-Sparen»-Effekts.

Wir leben in einer dynamischen und veränderungsreichen Zeit. Womit bringen Sie den Begriff «Change» in Verbindung?


Ein Change birgt immer Risiken und Chancen. Ich bin Optimist und glaube vor allem an die Chancen, die ein Change bringen kann!

Schliesslich unsere «Change»-Frage: Wenn Sie alle Macht der Welt hätten, welchen globalen «Change» würden Sie realisieren?

Ich würde mir wünschen, dass die Menschheit eine konstruktiven Weg der Kommunikation über alle Sprach-, Religions- und Kulturgrenzen hinweg findet und sich so besser kennenlernen und mehr Sorge zu unserem Planeten tragen kann.

Herr Zeller, wir danken Ihnen für das Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Interview: Antonio IAcovazzo, Dezember 2008

 

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