31. Juli 2010
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«Der Aufstieg Chinas, der Niedergang Amerikas und die Wiederkehr Russlands verändern alle überkommenen Gleichungen der Macht»

Ulrich TilgnerUlrich Tilgner, Sonderkorrespondent und Buchautor

Anfangs 2009 begann die Amtszeit des neuen amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Welchen Impact wird uns dieser Change bringen?

Man muss jetzt zuerst die Auswirkungen der Wahlen in Theheran abwarten und wie sich der neue, alte  Präsident festigt. Obama hat einige sehr positive Signale aus dem Osten erhalten, was er sicherlich im Herbst als Chance wahrnehmen wollte. Leider sind diese teilweise im Wahldebakel und in den Unruhen untergegangen. Ob es seitens der USA jetzt noch zu einer Polit-Offensive kommen wird, ist fraglich. Was durchaus von Vorteil ist, dass die EU zusammen mit der USA eine gemeinsame Stimme sucht.

Wie verändern sich mit dem Aufstieg Chinas und der Wiederkehr Russlands die Machtverhältnisse in der Welt?

 
   
 

Der Aufstieg Chinas, der Niedergang Amerikas und die Wiederkehr Russlands verändern alle überkommenen Gleichungen der Macht. Zugleich aber tragen demographische Revolutionen, Informationstechniken, Energieknappheit, Terrorismus, religiöse Militanz, und die Drohung entfesselter Massenvernichtungswaffen zu fortdauernder Ungewissheit bei. Wie sich diese Verhältnisse entwickeln werden, ist durchaus offen.

Sie bewegen sich in risikoreichen Regionen und müssen genau abwägen wo welche Informationen glaubwürdig und sicher sind. Weshalb gelingt es Ihnen, bei jeder Partei Vertrauen zu geniessen?

Als Journalist zieht man oft Aggressionen auf sich. Meist kann man den Menschen erklären, dass sie ihre Kritik besser in die Kamera sagen, als uns zu bedrohen. Wenn man das Gespräch sucht, ist das Eis gebrochen und die Gefahr für unsere persönliche Bedrohung nimmt in gleichem Masse ab. Das ist eine grundlegende Arbeits- und Kommunikationstechnik unseres Berufes. Man muss sie, um Spannungen abzubauen.

An der SecurityConference’09  ist das Kernthema Informations-Sicherheit. Wie schützen Sie Ihre Informationen? Wie sicher sind Ihre Daten?

Nun, wenn Sie zuerst den Inhalt der Daten und Informationen meinen, sind diese absolut zuverlässig und vertrauenswürdig. Sie widerspiegeln sowohl Innen- wie Aussenmeinungen und stammen meist vom Volk und deren Protagonisten direkt. Als Krisen-Journalist sichert man die Daten besonders und die heutigen Technologien sollen ja dazu dienen. An der diesjährigen SecurityConference werde ich das Spannungsfeld USA, Iran, Afghanistan beleuchten. Mit der Frage nach der künftigen Politik steuern wir auf die verschiedensten Perspektiven der Sicherheit, der Informations-Sicherheit und des Risiko-Managements hin.

Herr Tilgner, wir danken Ihnen für das Interview.

 

Zoran Bozanic, Juli 2009

 

Interview powered by: SecurityConference