31. Juli 2010
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«Wir lieben unsere Handys»

Ruedi Baer ist Gründer und VR-Präsident von mobilezone AG. Baer war mit 23 Jahren bereits Mitinhaber der Color Labor AG, die er 1970 in die Interdiscount-Gruppe einbrachte.
 
Wir sprachen mit Ruedi Baer über Mobiltelefonie, mobilezone AG und den Schweizer Telekommunikationsmarkt.
 

 
   
 

change.ch
Herr Baer, wie entstand die Idee von mobilezone, welche Sie 1999 gründeten?


Ruedi Baer

Entstanden ist mobilezone aus einem ursprünglichen Konzept für einen Retailer. Dieser wollte plötzlich nicht mehr und lehnte die Realisierung ab. Mit Hans-Ulrich Lehmann und Martin Lehmann hatte ich zwei hervorragende unternehmerisch-denkende Partner, und wir gründeten am 1. Mai 1999 – am Tag der Arbeit – die mobilezone AG. Die Arbeit ging uns seitdem nicht aus. Heute ist aus diesem Konzept ein gesamtschweizerisch tätiges Unternehmen mit über 100 Filialen und Börsenkotierung entstanden.

Innert fünf Jahren ist Ihre Handelskette für Mobiltelefonie vom Newcomer zu einem der grössten Player der Branche in der Schweiz aufgestiegen. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

Ruedi Baer
Wir sind klarer Marktleader in der Schweiz. Die Gründung erfolgte fast zeitgleich mit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes und mit dem Eintritt von Diax, der heutigen Sunrise, sowie Orange. Mitbewerber unterschätzten den Boom, was mobilezone erlaubte, schnell zu wachsen.

«Wer dagegen zwischen 4 Stunden 20 Minuten und 6,5 Stunden monatlich telefoniert, zahlt bei mobilezone am wenigsten.» (comparis.ch) mobilezone ist Partner von Orange, Sunrise und Swisscom und daneben noch selbst Anbieter. Ist das nicht problematisch?

Ruedi Baer
Nein, in keinem Fall. Alle Anbieter arbeiten eng mit uns zusammen. Das eigene Service-Providing ist nicht gegen die Partner Swisscom, Sunrise und Orange ausgerichtet, sondern um gegenüber anderen Retailern eigene Tarifmodelle zu haben. 

Ist der Schweizer Markt nicht zu klein? Anders gefragt: Ist der Mobilemarkt in der Schweiz nicht langsam gesättigt?

Ruedi Baer
Im Gegenteil. Wir lieben unsere Handys, sie sind nicht nur Mittel zum Telefonieren, sondern auch Lifestyle-Symbol, Arbeitsinstrument, Sicherheitsgarant und Mode-Accessoire geworden. In der Schweiz liegt die Lebensdauer eines Mobiltelefons durchschnittlich unter zwei Jahren, was für die kommenden Jahre jährlich ca. 2,5 Mio. Handys bedeutet.

Die Aktie von mobilezone ist seit März 2006 auf einem eigentlichen «Höhenflug» – weshalb?

Ruedi Baer
Die Entwicklung des mobilezone-Kurses ist der Beweis, dass wir ein gutes Investment sind. Investoren, hauptsächlich ausländische, stellten fest, dass die Bewertung von mobilezone tiefer ist als vergleichbare börsenkotierte Unternehmen.

Mit 65 Jahren denken die meisten ans Aufhören und den wohlverdienten Ruhestand. Angenommen ein Mitbewerber oder ein Private Equity Fond macht Ihnen ein attraktives Angebot für mobilezone. Wäre das eine für Sie überlegenswerte Option?

Ruedi Baer
Als Publikumsgesellschaft müssen wir Angebote prüfen. Es liegen jedoch keine vor, und wir suchen auch keine Käufer.

 

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