31. Juli 2010
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Arbeitsmarkt: «Vieles ist in Bewegung»

Stephan Storchenegger; Bank SarasinStephan Storchenegger ist seit Juli 2007 Leiter Human Resources der Sarasin-Gruppe. Seine berufliche Laufbahn begann bei Hilton International als Training und Human Resources Manager. 2001 wechselte Stephan Storchenegger als International Learning Specialist und HR-Consultant zur Winterthur-Gruppe und war ab 2004 für Credit Suisse Private Banking in Führungsfunktionen im Bereich Human Resources tätig.

Wir sprachen mit Stephan Storchenegger über den aktuellen Arbeitsmarkt und den «Search for Talents». 

 
   
 


change.ch
Herr Storchenegger, wie beurteilen Sie den aktuellen Arbeitsmarkt?

Stephan Storchenegger

Für die Bank Sarasin zeigt sich der aktuelle Arbeitsmarkt von seiner positiven Seite. Zwar hat im zweiten Quartal 2008 die Intensität und das Volumen bei Mid-Back-Office-Funktionen etwas abgenommen. Nichtsdestotrotz waren bei uns die Zuwächse über Marktniveau. Vor allem die Qualität der Stellensuchenden – nicht zuletzt der neuen Kundenberater – stimmt zurzeit. Die Bank Sarasin ist als Arbeitgeberin dank ihres guten Namens gefragt. Entsprechend gut sind für uns die Möglichkeiten, neue Mitarbeitende zu rekrutieren, die für uns einen Mehrwert generieren und unseren Wachstumskurs unterstützen.

Denken Sie, dass sich dieser Zustand bald ändern wird?

Nein, nicht in absehbarer Zeit. Im Finanzsektor ist momentan vieles in Bewegung. Die Bank Sarasin profitiert davon, dass sie von jeher ein risikoarmes Geschäftsmodell verfolgt und ihren guten Namen bewahrt hat. Viele unzufriedene Arbeitnehmer anderer Institutionen schauen sich heute auf dem Markt um und suchen eine neue, attraktivere Arbeitsstelle. Vor allem was Kundenberater anbelangt, erhalten wir viele spannende Dossiers mit guten Profilen. Für uns ist das natürlich sehr erfreulich.

Man hört, dass Online-Networking-Plattformen sich besonders gut für das Recruiting eignen und daher bei den HR-Verantwortlichen sehr beliebt seien. Welche Bedeutung haben diese Plattformen in Ihrem Alltag?


In sehr bescheidenem Masse haben wir entsprechende Plattformen auch schon genutzt. Im Online-Bereich machen wir jedoch hauptsächlich sehr gute Erfahrungen mit der Ausschreibung unserer offenen Stellen, beispielsweise für das Back Office auf unserer Website. Interessierte besuchen unsere Seite aktiv.

Das Thema «Search for Talents» ist sicherlich auch für Sie von grosser Bedeutung. Wie machen Sie auf dem Arbeitsmarkt auf sich aufmerksam? Wo liegt die Attraktivität einer Anstellung bei der Bank Sarasin?


Die Bank Sarasin hat einerseits einen sehr guten Namen. Andererseits sprechen unsere Dienstleistungen und Produkte respektive unser Erfolg für uns. Der Mix aus Tradition und moderner Dynamik bietet ebenfalls Chancen. Gleichzeitig bieten wir angemessene Entlöhnung sowie ein fortschrittliches Vorsorgesystem und fördern die persönliche Entwicklung unserer Mitarbeitenden. Das bleibt Stellensuchenden nicht verborgen.

Ich zitiere Sie: «Wer bei Sarasin arbeitet, wird aktiv gefördert». Wie ist diese Aussage zu verstehen?


Nur mit qualifizierten und richtig ausgebildeten Mitarbeitenden können wir als international aufgestellte Bank unsere anspruchsvollen Ziele meistern und im Wettbewerb zuvorderst bestehen. Entsprechend wichtig ist es, Mitarbeitende aktiv in ihrer Weiterentwicklung und ihrem fachlichen Know-how zu fördern. Es geht am Ende nicht allein darum, die besten Mitarbeitenden für Sarasin zu gewinnen, sondern sie dann auch zu halten. Unsere Mitarbeitenden sind unser Kapital und helfen mit, unsere Existenz zu sichern und die Anerkennung hoch zu halten.

Wie sieht es bei den älteren Arbeitskräften aus: Haben es diese heute einfacher, eine Stelle zu finden?

Ja. Das Interesse an älteren Arbeitnehmern nimmt wieder zu. Dies ist eine Folge der demografischen Entwicklung – aber nicht nur. Vielmehr wächst allgemein das Bewusstsein, dass uns eine ältere Arbeitnehmergeneration, die sich geistig fit hält und Neuerungen nicht verschliesst, ein Potenzial bietet, das bislang nicht ausgeschöpft wurde.

Wir leben in einer veränderungsreichen Zeit. Womit bringen Sie den Begriff «Change» in Verbindung?

Zielgerichtete Veränderungen sind Teil unserer aktuellen Entwicklung: Die neue, seit Ende 2005 konsequent verfolgte internationale Wachstumsstrategie oder auch die Veränderung der Eigentümerstruktur Anfang 2007 zeugen davon. Change-Prozesse lösen aber auch immer Widerstände aus. Mit diesen geschickt umzugehen, ist das Gebot der Stunde. Entsprechend gilt es diese Prozesse nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional zu begleiten. Wir haben zum Beispiel eine aktuelle Ausbildungsreihe lanciert, die darauf fokussiert, die positiven Kräfte im Unternehmen zu nutzen und ein konstruktives Kritikwesen zu fördern. Mit solchen Massnahmen sichern wir uns Glaubwürdigkeit und Vertrauen in den Change-Prozessen. Dass zudem spürbar ist, dass unser Top Management Veränderungen nicht nur anstösst, sondern diese beständig mitträgt, ist für unser Unternehmen ein Gewinn.

Schliesslich unsere «Change»-Frage: Wenn Sie alle Macht der Welt hätten, welchen «Change» würden Sie realisieren?

Gleiche Chancen für alle Menschen. Das wäre ein schönes Ziel, für das einzusetzen es sich lohnt.

Herr Storchenegger, besten Dank für dieses Interview.


Interview: Zoran Bozanic, Juli 2008

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