Solarunternehmen im wirtschaftlichen Zwischentief
Stabilisierende Nachfrage als Hoffnungsschimmer
Solarunternehmen haben weiterhin mit den Folgen der Finanzkrise zu
kämpfen. Überproduktion sowie kurzfristige Finanzierungsprobleme haben
bei führenden Solarzellenherstellern wie Q-Cells und Sharp Corp
Gewinnwarnungen, Jobkürzungen und Kostenanpassungen zur Folge. Dazu hat
sich der überaus strenge Winter nachteilig auf die Auftragslage in der
Solarthermie ausgewirkt. Trotz des derzeit schwierigen Marktumfelds
geben Börsensignale jedoch Anlass zur Hoffnung. Nach Angaben der
Financial Times scheint sich die weltweite Nachfrage nach Solarmodulen
zu stabilisieren.
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"Für eine statthafte Analyse der Marktsituation muss unbedingt zwischen den Marktsegmenten Solarthermik und Photovoltaik unterschieden werden", sagt Christian Ramusch, Geschäftsinhaber von Solartex, gegenüber pressetext. Unternehmen im Bereich Solarthermik spürten auch in ehemals boomenden Märkten wie Spanien die Folgen der Wirtschaftskrise. Die Auftragslage erweise sich zwar trotz Bauwirtschaftskrise als relativ stabil, die gesamte Zulieferindustrie leide jedoch unter der Kreditklemme. Das täglich operative Geschäft könne von Kleinunternehmen kaum mehr finanziert werden. Dies resultiere letztendlich in Geschäftsauflösungen im Bereich Solarthermie sowie in einer Schwächung der Nachfrage nach Sonnenkollektoren von Marktführern wie der österreichischen GreenOneTec.
Österreichs Solarbranche ist im Bereich Solarthermik, also bei der Umwandlung von Sonnenenergie in nutzbare Wärmeenergie mittels Flach-, Vakuumröhren- oder Parabolrinnenkollektoren, international führend. "Aufgrund des strengen Winters kamen die Installateure auf unseren Kernmärkten lange nicht aufs Dach. Angesichts der globalen Wirtschaftsentwicklung sind Hersteller von Solarthermik-Anlagen auch vorsichtig in ihrer Lagerhaltung," sagt Alexander Eichwalder, Director Sales & Marketing von Green One Tec, im Gespräch mit pressetext. Im ersten Quartal 2009 seien in Österreich jedoch bereits wieder mehr Förderanträge verzeichnet worden als im Vorjahr.
Dass auch die Photovoltaikindustrie von einer robusten Finanzierungstätigkeit abhängig ist, indiziert ein Preisverfall von Solarmodulen bis zum zweiten Quartal 2009. "Wenn im Vorjahr noch durchschnittlich 3,50 Euro per Wattpeak zu bezahlen waren, dann sanken die Preise in den letzten zwölf Monaten um beinahe einen Euro", meint Ramusch. Das Interesse am Bau von Photovoltaikanlagen hat auch abgenommen, da die Einspeisungspreise von Seiten der Gesetzgeber gesenkt werden. Vor diesem Hintergrund hat Q-Cells, der weltweit größte Hersteller von Solarzellen, seine Umsatzerwartungen für 2009 nach unten revidiert. Der Konzern spricht von 1,3 bis 1,6 Mrd. Euro. Ursprünglich war für 2009 ein Gesamtumsatz zwischen 1,7 bis 2,1 Mrd. Euro erwartet worden. Österreichs Solarindustrie sei hiervon jedoch kaum betroffen, da der Bereich Photovoltaik hierzulande eine untergeordnete Rolle spiele, so Ramusch weiter.
In Österreich soll bis 2020 gut ein Drittel des gesamten Solarenergiepotenzials erschlossen sein. Bis dahin werden etwa 23,8 Mio. Quadratmeter Kollektorfläche verbaut sein, was einer Verzehnfachung des heutigen Ausbaustandes in der Solarthermie entspricht. 30 Prozent des Energiebedarfs wird in Österreich für Raumwärme benötigt. Demnach könnte mit Solarthermie nach Angaben von Austria Solar drei Prozent des Gesamtenergieverbrauchs erzeugt werden. Photovoltaikanlagen könnten bis zu acht Prozent des jährlichen Strombedarfs liefern. "Mittels optimierter Nutzung aller erneuerbaren Energien könnte bis 2020 sogar bis 46 Prozent des heimischen Energieverbrauchs abgedeckt werden", gibt sich Robert Kanduth, Obmann des Verbands Austria Solar, optimistisch. 63.000 Menschen in Österreich könnten bis 2020 in der Solarindustrie beschäftigt sein. Dafür sei jedoch massive politische Rückendeckung nötig. (pte)
Jeremy Rifkin, US-amerikanischer Soziologe, Ökonom, Publizist sowie Gründer und Vorsitzender der Foundation on Economic Trends: "Menschen sind von Natur aus nicht aggressiv und egoistisch, sondern empathisch, also mitfühlend, so Rifkins kontroverse These. Um globale Herausforderungen wie Wirtschaftskrise oder Klimawandel zu bewältigen, brauchen wir ein neues Denken und ein verändertes Menschenbild auf der Grundlage der Empathie. Das heisst, wir müssen unsere wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Modelle ändern, um die Erde zu retten."
Pery Gül, Marketing Executive, change.ch
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