Greenpeace Schweiz: Hausse bei Kampagnenarbeit und Spendeneinnahmen im 2008
Mit einem Einnahmenzuwachs von 11% gegenüber dem Vorjahr war das Spendenjahr 2008 für Greenpeace Schweiz sehr erfolgreich. Bei den Kampagnen sieht die Vorjahresbilanz ähnlich gut aus: Die Chemieindustrie saniert zwei Deponien, die Kampagne gegen Stromfresser trägt Früchte und Greenpeace hat ein Büro in Afrika eröffnet.
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Das Spendenjahr 2008 war für Greenpeace sehr erfolgreich: Die Einnahmen aus Spenden und Beiträgen liegen bei CHF 23,23 Mio. Dies entspricht einem Einnahmenzuwachs von CHF 2,3 Mio. resp. 11% gegenüber dem Vorjahr. Diese Steigerung verdankt Greenpeace hauptsächlich den hohen Einnahmen aus Legaten, die mit CHF 3,56 Mio. unsere Erwartungen bei Weitem übertrafen. Gleichzeitig hat Greenpeace ihre Unterstützer-Basis ausbauen können: Gegenüber 2007 haben uns letztes Jahr trotz der Finanzkrise 4000 Menschen mehr unterstützt, das sind total 167'000 Personen.
Im Kampagnenbereich hat Greenpeace vor allem beim Urwaldschutz,in der Chemiekampagne sowie bei der Energie-Effizienz Fortschritte erzielt:
Atom, Energie & Klima: Die kantonale Energiedirektorenkonferenz (EnDK) hat im April ein Neuinstallationsverbot für die stromfressenden Elektroheizungen beschlossen. Gemäss diesen neuen Mustervorschriften sollen auch mobile Aussenheizungen (Heizpilze) nur noch unter strengen Vorlagen zum Einsatz kommen – ein Erfolg für die Effizienzkampagne. Mit der Abstimmungskampagne „Wir bewegen Zürich. Mit einem JA zur Nachhaltigkeit“ hat Greenpeace zum deutlichen Ja der Stadt Zürich (76%) zum Ausstieg aus der Atomenergie und damit zu einem Volksentscheid von nationaler Ausstrahlung beigetragen.
Im Februar hat Greenpeace zusammen mit anderen Organisationen die Klimainitiative für eine 30-prozentige Reduktion von CO2 bis 2020 gegenüber dem Stand von 1990 eingereicht. Das Jugendsolarprojekt (JSP) feierte sein 10-jähriges Jubiläum: Tausende von Freiwilligen haben in dieser Zeit über 160 Solaranlagen aufgebaut und damit konkreten Klimaschutz in der ganzen Schweiz geleistet. Einen Erfolg vermeldet auch die Kampagne "Recht auf gute Luft": Das Regierungsstatthalteramt Bern hat im März die Beschwerde eines Berner Asthmatikers gutgeheissen.
Biodiversität & Chemie: Dank dem Druck von Greenpeace hat ein Gericht im Januar entschieden, dass die Chemiemülldeponie Bonfol nach den neusten umwelttechnischen Standards saniert werden muss. Die Basler Chemische Industrie (BCI) hat sich nach jahrelangem, hartnäckigen Greenpeace-Engagement zudem verpflichtet, die Elsässer Deponien Letten und Römisloch total zu sanieren.
Im Mai hat sich Unilever für ein Moratorium der Urwaldzerstörung in Indonesien ausgesprochen: Dies nachdem Greenpeace darauf aufmerksam gemacht hatte, dass Unilever bei Lieferanten Palmöl einkauft, die den indonesischen Urwald zerstören. Und dank der Greenpeace-Intervention beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hat auch Greenpeace Russland einen Erfolg erzielt: Ein Teil der Infrastruktur für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sochi wird nun doch nicht im ökologisch wertvollsten Gebiet des Nationalparks gebaut.
Greenpeace allgemein: Im Juni hat Greenpeace Schweiz den Prix Egalité erhalten. Überzeugt hat Greenpeace, weil die Organisation die Chancengleichheit sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis auf Leitungsebene konsequent fördert. Im November hat Greenpeace zudem ihr erstes Büro in Afrika eröffnet, und zwar in Kongo-Kinshasa. Greenpeace Schweiz hat die Eröffnung des Büros in Afrika unterstützt – v.a. mit finanziellen Mitteln und politischer Kampagnenarbeit vor Ort. (PM)
18. Juni 2009