Global Change: USA und China planen gemeinsame Windkraftfarm
Ein Joint Venture zwischen China und den USA baut bis 2011 eine fast
15.000 Hektar große Windkraftfarm in West-Texas. Die
Projektverantwortlichen gaben in der Nacht auf heute, Freitag, bekannt,
dass die Turbinen in der Volksrepublik gefertigt und bereits ab März
kommenden Jahres in die Vereinigten Staaten geliefert werden. In schon
zwei Jahren soll die Farm 600 Megawatt Strom produzieren. Die Kosten
von 1,5 Mrd. Dollar werden neben US-Regierungszuschüssen zum Großteil
von chinesischen Investoren getragen.
Kreditklemme und fallende Ölpreise belasten
Initiativen im
regenerativen Windbereich zwischen den USA und China kommen nicht von
ungefähr. Denn bedingt durch die Krise sind Kapitalgeber für
Windenergie selten geworden. So wurden viele bereits geplante Vorhaben
zurückgestellt oder vollständig aufgelöst. Zudem haben der Branche die
seit Sommer 2008 bis heute kontinuierlich fallenden Ölpreise zu
schaffen gemacht. Der prominente Kapitalgeber und US-Hedgefonds-Chef
Boone Pickens musste daraufhin sein Projekt begraben, den größten
Windpark der Welt zu bauen. China strebt jedoch weitere Investitionen
in den USA an. Das aktuelle Projekt sei erst der Anfang.
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Deutsche Unternehmen unter Druck
"Man sollte das Projekt mit seinen Folgen insbesondere für deutsche Hersteller derzeit nicht überbewerten. Deutsche Unternehmen besitzen gegenwärtig einen Weltmarktanteil von rund 23 Prozent. Zudem lag die Exportquote 2008 bei 81 Prozent", unterstreicht Georg Schroth vom Bundesverband WindEnergie. Dem Branchenfachmann zufolge wird der Druck auf deutsche Windkraftanlagenbauer in den kommenden Jahren - nicht zuletzt auch wegen des geplanten Vorhabens in den USA - weiter zunehmen. Die Gestaltung der EEG-Rahmenbedingungen in Deutschland sei entscheidend.
Chinesen liefern erstmals Turbinen in die USA
An dem China-USA-Projekt sind einem Bericht des Wall Street Journals nach neben der U.S. Renewable Energy Group und der texanischen Cielo Wind Power LP, auch die chinesischen Unternehmen Shenyang Power Group und A-Power Energy beteiligt, die die 240 Turbinen in ihrem Werk in Shenyang herstellen werden. Weitere Technologie-Infrastruktur sollen General Electric, Fuhrlander und Norwin liefern. "Das US-Potenzial für deutsche Unternehmen wäre auch bei Offshore-Anlagen groß. Dennoch sind die Produktionskapazitäten gegenwärtig noch längst nicht für einen Markt wie die USA gegeben", so Schroth gegenüber pressetext.
Das Projekt eröffnet China neue Möglichkeiten, da diese zum aller ersten Mal Windturbinen in die USA liefern werden. Der Vizebürgermeister des chinesischen Produktionsstandortes Shenyang wertet das Projekt als Zeitenwende für die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und den USA. Für den angeschlagenen US-Arbeitsmarkt dürfte sich das Vorhaben auszahlen. 300 projektbezogene, temporäre Arbeitsplätze und 30 Festanstellungen stellt das Joint Venture in Aussicht. Die mit der Windfarm erzeugte Strommenge reicht aus, um damit zwischen 135.000 und 180.000 US-Haushalte zu versorgen.
(pte)
4. November 2009
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